thw-naila-header-003.jpg
Dienstag, den 17. Juli 2007 um 19:58 Uhr

Zeit für Helden 2007

Diesen Artikel bewerten
(1 Bewertung)

Wahnsinn!!!

Das muss ganz am Anfang gesagt werden, wenn wir über die 72 Stunden Aktion „Zeit für Helden“ sprechen. Und tatsächlich:

Am Donnerstag Abend, als unserer Jugendgruppe die Aufgabe eröffnet wurde und man sich zu einer ersten Ortsbegehung traf, sah das noch ganz anders aus. Das Areal des ehemaligen Löschteiches lag brach und verwildert in der Ortsmitte von Eisenbühl und mitten drin stand ein Minibagger als einziges „Großgerät“.

Nun wurde erst der Umfang der gesamten Anforderung klar:Eine Böschung war abzugraben, Einfassungen in Betonfundamente zu legen, ein Sickerschacht war zu mauern,ein Gartenteich sollte angelegt werden,die Böschung war mit Bruchsteinen zu belegen,neuer Humus musste aufgebracht werden, Rasen war anzusähen,die Zufahrt zum Löschbehälter war zu pflastern, und Goldfische waren nach der Bepflanzung des Gartenteiches einzusetzen.

Trotz des unermüdlichen Einsatzes der Jugendgruppe, der Unterstützung durch die Dorfgemeinschaft und die Beteiligung vieler unserer „Altjunghelfer“ zeigte sich im Laufe des ersten Tages, dass hier schweres Gerät nötig war. Zu obiger Aufzählung kam hinzu, dass sich der nur zugeschüttete ehemalige Löschteich als Schlammloch erwies, auf dem kein befestigter Weg zu errichten war, ohne dass das Erdreich ausgetauscht wurde.

Also wurden Unmengen von Telefonaten geführt, es wurde organisiert und dirigiert. Währenddessen schichteten die Jugendlichen an der Böschung ca. 20 Tonnen Bruchsteine auf, was bis Abends um 22.00 Uhr dauerte. Eigentlich unnötig zu sagen, dass im Schlafraum in der Unterkunft in dieser Nacht kein Wort, sondern nur Schlafgeräusche zu hören waren und die einhellige Meinung beim Wecken um 6.00 Uhr morgens eine zu kurze Nacht war.

Neben dem OV-eigenen Räumgerät Merlot, der 72 h durchgehend im Einsatz war, rollten nun am Samstag auch ein „richtiger“ Bagger und schwere LKW´s an. Von einer Grabenwalze, über Rüttelplatten bis zu Verdichtungsfröschen waren alle möglichen Geräte im Einsatz.

Das mittlerweile ausgehobene Schlammloch wurde mit zwei LKW-Ladungen Frostschutz aufgefüllt. Nur durch die Gewaltleistung aller Beteiligten und durch massive Unterstützung von Firmen, sei es durch Gerätschaften, Baumaterialien oder durch die Lieferung von Hamburgern, Pizzas oder Eis konnte am Abend des Samstages Optimismus aufkommen.

 

Da ging dann auch die ganze Truppe viel lieber der Einladung des Bürgermeisters von Berg nach, auf dem dortigen Wiesenfest die Abendverköstigung einzunehmen.

Als ob die Jugendlichen nicht genug bekommen können, nahmen sie am Sonntag morgen auch noch die Zusatzaufgabe an und machten sich an den Bau einer zur Anlage passenden Sitzgruppe.

Auch diese Herausforderung wurde noch bis zur offiziellen Übergabe am Sonntag um 16.00 Uhr gemeistert. Als sich dann die Gruppe bei der sich schon am Samstag breitgemachten brütenden Hitze aufstellte, sah man in den Gesichtern die Strapazen der vergangenen Tage. Selbst ein Schlachtruf viel recht verhalten aus, aber der Stolz über die erbrachte Leistung war trotz der Erschöpfung allen anzusehen.

Es folgten mehrere Ansprachen, bei denen immer wieder Dank und Respekt für die Kraftleistung zum Ausdruck kamen. Der Beauftragte des ausrichtenden Kreisjugendringes gab denn auch zu, dass er am Freitag sehr skeptisch gewesen war, ob die gestellte Aufgabe von der Jugendgruppe, deren Durchschnittsalter immerhin deutlich unter 14 Jahren liegt, bewältigt werden könnte.

Welche Leistungen möglich sind, wenn Solidarität und gegenseitiges Helfen vorne an gestellt werden, konnte mit dieser Aktion deutlich unter Beweis gestellt werden. Zum positiven Resümee muss auch gezählt werden, dass viele neue Kontakte und Freundschaften geschlossen und der Zusammenhalt der Gruppe gestärkt wurden. Während viele Organisationen darauf bestehen ihre Leistungen in der eigenen Ortschaft zu erbringen, konnte das THW auch bei „Zeit für Helden“ seinen überregionalen Charakter zeigen, indem der Einsatzort nicht in Naila, sondern in der Gemeinde Berg angenommen wurde.


Mehr in dieser Kategorie: Jugendzeltlager 2008 in Joditz »