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Montag, den 30. Mai 2011 um 16:54 Uhr

3-TAGES ÜBUNG am ROEDLBERG 2011 Top Artikel

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Ausbildung und Übung sind die wichtigsten Grundlagen, um Katastrophenschutzorganisationen fit für den Ernstfall zu machen, bzw. zu halten. Nun birgt aber viel Training auch die Gefahr, dass der Übungsalltag  abflacht und langweilig wird. Um dem entgegen zu wirken, wird im THW Naila seit vielen Jahren einmal jährlich eine intensiv vorbereitete möglichst realitätsnahe Einsatzübung unter Wettkampfbedingungen über mehrere Tage hinweg durchgeführt.


In diesem Jahr gab es jedoch im Vergleich zu den letzten Jahren viele Neuerungen. Es begann mit dem Termin, der von September auf Mai vorverlegt worden war. Außerdem erstreckte sich die Übung dieses Jahr über drei statt bisher zwei Tage. Weiterhin nahmen erstmals die „Alten“ der Jugendgruppe teil und ebenfalls Premiere war die Teilnahme von Frauen bei einem Feldlager des THW-Naila. Highlight war jedoch der Ort der Übung. 179 km von Naila, tief in der Oberpfalz, liegt eine ehemalige NATO-Radarstation versteckt im Wald nahe bei Burglengenfeld. Dieses,  mittlerweile dem THW gehörende Gelände, hatten sich die Ausbilder ausgesucht und auch zur Vorbereitung im Vorfeld besichtigt.

Da das THW überörtlich, bzw. auch international eingesetzt wird, war auch die Anfahrt in Kolonne auf Autobahnen bzw. Bundesstraßen bereits ein erster Übungsteil. Am Gelände angekommen, wurde bekannt gegeben, dass für den Rest des ersten Tages der weitläufige Bunker und Waldteil  aus Sicherheitsgründen nicht zu betreten ist. Schließlich lagen mit Lagermachen und Schlafplätze beziehen noch genügend Aufgaben vor der Gruppe. Am Abend wurden dann für die zwei kommenden Tage aus den teilnehmenden Helfern zwei Gruppen den beiden Gruppenführern zugelost. Dahinter steckt ebenfalls Absicht, da im Einsatzfall selten alle Helfer einer Gruppe aus Verfügbarkeitsgründen zusammen arbeiten können. Für die Übung galt es  nun, möglichst viele Punkte zu sammeln, was natürlich einen zusätzlichen Anreiz schuf. Zum Aufwärmen wurde auch gleich noch ein Geschicklichkeitsspiel angesetzt. Der Rest des Abends klang dann bei  einer lauschigen Nacht mit Diskussionen am Lagerfeuer aus.

Als am Morgen die meisten noch verschlafen in den wolkenlosen Himmel blinzelten, hatte unsere Küchenchefin Sarah Köstner schon ein Frühstücksbuffet gezaubert, dass keine Wünsche offen ließ.

Gleich danach wurden dem Zugführer die ersten Aufgaben mitgeteilt, der die zwei Gruppen daraufhin entsprechend einzusetzen hatte. Im weiteren Verlauf der Übung wurden „die fünf Phasen der Bergung“ in dem optimal geeigneten Gelände durchgespielt. Da ja allen Helfern das Gelände völlig fremd war, konnte auch die Erkundungs- und Absuchphase bis zur Erstellung der Lagekarte  sehr gut simuliert werden. Verletztenbergungen aus Kriechgängen, Schächten und Höhen gehörten ebenso zum Programm, wie der Einsatz von Motortrennschleifer und Brennschneider. Parallel dazu liefen Mortorsägen beim erbauen von Aussteifungen für einsturzgefährdete Tunnels. Während dann auch das Wetter mit einem Gewitter noch eine Sonderdarstellung bot, wurde die Bunkeranlage durchforscht. Die vor dem Gewitter herrschende große Hitze und die doch sehr anstrengenden Tätigkeiten, zeichneten sich  dann auch in den Gesichtern der Helfer ab, was der beste Hinweis war die Übung  nun am späten Nachmittag ausklingen zu lassen. Jedoch konnten auch am Abend noch Punkte für die Gruppen gesammelt werden, da es galt weitere Geschicklichkeitspiele zu meistern. Ob auch das teils mit Einsatzstiefeln bestrittene Fussballgekicke  in die Wertung einging, bleibt das Geheimnis der Ausbilder.
Obwohl es Mittags ein ausgiebiges Mahl gegeben hatte, griffen Abends beim Grillen und Salatbuffet alle eifrig zu und hatten es sich durch den ganztägigen engagierten Einsatz auch mehr als verdient.

Am Sonntag stand  dann den Rückbau des Lagers auf dem Programm, die Übung wurde gewertet und schließlich machte sich der Zug wieder auf den langen Rückweg. Dieser war  dann auch der einzige Wermutstropfen der sonst in allen Belangen als gelungen zu bezeichnenten Übung. Durch eine Wochenendbaustelle, musste die gesamte Kolonne ca. zwei zusätzliche Stunden im Stau ausharren, kam aber am späten Sonntagnachmittag trotzdem gut gelaunt zurück.