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Sonntag, den 25. März 2018 um 16:45 Uhr

THW sorgt für sichere Koexistenz von Mensch und Biber Top Artikel

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Im Spätherbst 2017 siedelte sich in einem Seitental der Wilden Rodach im Frankenwald ein Biber in einem Feuchtbiotop an.

Im Winter errichtete dieser fleißig seine Biberburg und erste Staudämme. Mitte Januar 2018 wurden am Damm des Feuchtbiotopes erste Erosionserscheinungen durch überströmendes Wasser sichtbar. Um eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit auszuschließen war unverzügliches Handeln erforderlich. Der Forstbetrieb Nordhalben der Bayerischen Staatsforsten ist für die Bewirtschaftung der Flächen verantwortlich. Da ein ganzheitlicher Ansatz zwischen Nützen und Schützen der Wälder im Vordergrund steht, wurde von einer Beseitigung des Bibers abgesehen und sich dazu entschlossen den Lebensraum in einen für Mensch und Tier sicheren Zustand zu versetzen. Denn der Biber ist nach Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Tierart.

In Vorbereitung zu Sicherungsarbeiten an der Stauanlage und folglich des Biotopes musste die Wasserseite in Augenschein genommen werden. Da keine Ablasseinrichtung vorhanden ist, konnte das THW Naila als sachverständiger Partner gewonnen werden, welcher auch unverzüglich in der Lage ist, hier zu unterstützen. Es wurde eine Teilentleerung des Biotopes durchgeführt. Die Maßnahme erfolgte in enger Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde Kronach und dem Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Kulmbach. „Vielerorts in Bayern entstehen durch Stautätigkeiten von Bibern Schäden an Infrastruktur im Siedlungsbereich durch Überflutung. Hier in diesem Seitental des Frankenwaldes kann der Biber sich ungestört entwickeln und leben. Wie auch die Wildkatze und der Schwarzstorch ist der Biber ein weiterer Beleg für die Artenvielfalt in den Wäldern des Frankenwaldes. Die Bayerischen Staatsforsten und der Freistaat Bayern leisten gerne einen Beitrag diese Grundlage zu erhalten und zu entwickeln.“, so Christoph Winkler, zuständiger Revierleiter für das Forstrevier Wallenfels.

Der Einsatz des THW wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Wasserseite der Stauanlage konnte für weitere Planungen besichtigt werden und der bestehende Notüberlauf wurde instandgesetzt.

In einem weiteren Schritt wird das Biotop insoweit mit Steinen gesichert, dass durch Tätigkeiten des Bibers keine Zerstörung durch Erosion zu befürchten ist. Die Arbeiten hierzu beginnen in den nächsten Wochen.