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Dienstag, den 12. April 2005 um 13:01 Uhr

Hochwassereinsatz in Otrokovice (Tschechien)

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Am Mittwoch, den 23. Juli 1997 um 17:30 Uhr kam von der THW-Leitung in Bonn die EInsatz-Order zum Auslandseinsatz in die Tschechische Republik. Grund hierfür war das "Jahrhundert-Hochwasser", welches auch in vielen Teilen Deutschlands erhebliche Schäden anrichtete.

Innerhalb von vier Stunden war die 1. Abordnung aus Naila, sechs Helfer unter Leitung des damaligen Zugführers Gerhard Wolfrum mit einem Gerätekraftwagen (kurz: GKW), einem Mehrzweckboot, einem Anhänger mit Notstromaggregaten, 300 Liter aufbereitetes Trinkwasser und mehreren Pumpen startklar. Am Donnerstag wurden die Helfer vom Ortsbeauftragten Markus Gemeinhardt um 4:45 Uhr morgens mit den besten Wünschen verabschiedet. Das Nailaer Fahrzeuggespann machte sich auf den Weg und traf sich gegen 6:00 Uhr mit den Einsatzkräften aus den Ortsverbänden Hof, Marktredwitz und Kronach, welche dann im Konvoi Richtung Einsatzziel weiter fuhren.

Am Einsatzort angekommen bot sich denHelfern ein Bild der Verwüstung. Das Wasser stand teilweise noch drei Meter hoch, Keller waren überflutet, die Kanalisation nicht mehr vorhanden, das Wasser, welches schon mehrere Tage unverändert stand, fing bei 30 Grad Hitze schon an zu stinken. Ein Geruch wie auf einer Mülldeponie lag den Helfern den ganzen Tag in der Nase. Zu alldem Übel ist dies natürlich ein vorzüglicher Nährboden für Mücken, die bei der schweren Arbeit zur richtigen Plage wurden.

Vom 24. Juli bis zum 7. August waren die Helfer in zwei Schichten (nach einer Woche wurde eine Ablösung organisiert) täglich im Einsatz. 276 Stunden lang liefen die Aggregate und pumpten in der Minute 30.000 Liter Wasser ab.

Es war ein nervenaufreibender Job der an die Nieren ging. Knapp 8.000 Einwohner wurden aus dem Stadtteil in der Nähe von Brünn evakuiert, die nach ihrer Rückkehr ihr gesamtes Hab und Gut total zerstört vorfanden.

Durch die vorbildliche Zusammenarbeit mit den örtlichen Hilfskräften konnten die Helfer innerhalb von zwölf Tagen die größten Schäden beheben und ihre zwölfstündige Heimreise antreten. Sie wurden von den Tschechischen Bewohnern, die nun mit dem mühsamen wiederaufbau beginnen konnten, mit einem herzlichen Dank verabschiedet. Zu Hause angekommen, verdreckt und total erschöpft, wurden die Helfer voller Stolz gefeiert.

Zuletzt geändert am: Mittwoch, den 18. August 2010 um 18:15 Uhr