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OV-Stab Technisches Hilfswerk Naila
Mittwoch, den 18. August 2010 um 21:04 Uhr

Historie THW Naila

Entstehung und Geschichte des THW Naila

Ja warum entstand ausgerechnet in Naila ein Ortsverband des Technischen Hilfswerks? Wie so oft, ging auch hier die Existenz des heutigen Ortsverbandes nicht auf eine Planung seitens der Katastrophenschutzbehörden zurück, sondern auf den unermüdlichen Einsatz einiger weniger Männer.

1973 beschlossen viele Mitglieder der früheren SE-Züge dem THW beizutreten. In Naila war dies ein kleiner, aber sein Ziel sehr energisch verfolgender Stamm von sieben Männern. Unter der treibenden Kraft von Karl Steifer sammelten sich Peter Bargholtz, Günther Sommer, Hannsgeorg Krauß, Heiko Steifer, Hans Steifer und Hellmut Seifert.
Wieviel Pragmatismus bei diesen Männern herrschte, kann man vielleicht daran erkennen, daß damals keine Ausstattung, keine Unterkunft und keine Fahrzeuge vorhanden waren. Man startete also echt bei null und es mußte nicht durch Bereitstellung neuster Technik Anreiz geschaffen werden.

Wie hoch schon damals der Stellenwert der Ausbildung stand, zeigt, daß bereits im Januar 1974 die erste Grundausbildung startete. Hierzu stellte die Bundeswehr einen Lehrsaal in der Frankenwaldkserne zur Verfügung. Interessanterweise befand sich dieser Lehrsaal in dem Gebäude, das später in das Eigentum des Technischen Hilfswerkes überging.
Da auch erstes Material eintraf, wurden Garagen in der ehemaligen Brauerei Löwenbräu angemietet. Mit diesem Provisorium mußten die Helfer bis 1977 leben. Mittlerweile zum Stützpunkt ernannt, übernahm Krauß die Stützpunktleitung und Steifer die Ausbildungsleitung. 1974 führte die Mannschaft nicht ohne Stolz als erstes THW in Oberfranken die neugeschaffenen Dienstuniformen bei einem Festumzug vor. Wie "zeitlos modern" diese Uniform gestaltet war, zeigt sich daran, daß sie erst 2001 von einer neuen Uniform abgelöst wurde.

Im Jahr 1975 kam dann das erste Großfahrzeug, wie es in einem Zeitungsbericht von damals bezeichnet wurde. Es handelte sich um einen Mannschafts-Lastwagen (kurz MLW), der jedoch bereits eine ansehnliche Latte von Einsatzjahren auf dem Rücken trug.

Nachdem Naila durch den EInsatz der Gründungsmitglieder der einzige Stützpunkt im gesamten Landkreis Hof war, kam bei der Wahl zum Standort des Bergungszuges Hof Land, kein anderer Ort in Frage. Somit wurde der Stützpunkt Naila 1978 zum Ortsverband ernannt.

Ortsbeauftragte
Ab diesem Zeitpunkt leitete Karl Steifer als Ortsbeauftragter die Geschicke des OV.
Seine Nachfolger waren Stefan Geupel ab 1984, Jürgen Hübsch ab 1990 und Markus Gemeinhard ab 1995. Seit Anfang 2005 führt Gerhard Wolfrum das THW Naila.

Die 80er Jahre waren geprägt durch den Aufbau einer angemieteten Unterkunft in den Gebäuden der ehemaligen Schlosserei Zuber. Durch ein Garagentor wurden 3 LKW und ein MTW auf so engem Raum geparkt, das nicht selten 30 Minuten vergingen, wenn alle Fahrzeuge wieder in der Garage zu parken waren. Man bedenke, dass diese Aktion bei jeglichem Zugriff auf die Fahrzeuge erforderlich war, da sonst kein Material aus den zu eng stehenden Fahrzeugen genommen werden konnte.
Da der Bergungszug mittlerweile volle Stärke erreicht hatte, wurde die Raumnot unerträglich. Hinzu kamen durch die knapper werdenden Mittel Hinweise, dass Ortsverbände ohne eigene Liegenschaft und Jugendgruppe keine Überlebenschance hätten. Die Gründung einer Jugendgruppe scheiterte aber an nicht vorhanden Unterbringungsmöglichkeiten.

Das Jahr 1989 brachte nicht nur die Wiedervereinigung Deutschlands, sondern in Hinblick auf den OV-Naila auch völlig neue Verhältnisse. Unterkunftsneubauten in den alten Bundesländern wurden ausgesetzt, da alle Anstrengungen auf den Aufbau des THW in den neuen Bundesländern gelegt wurden. Somit begann ein mehrere Jahre andauernder Überlebenskampf auf allen Ebenen des THW, aber auch durch Einschalten von Mandatsträgern vom Bürgermeister bis zum Petitionsausschuß des Bundestages.

1989 wurde der Bergungszug auch durch einen THV-Trupp (Technische Hilfe auf Verkehrswegen) verstärkt. Die Grenzöffnung mit dem rasant steigenden Verkehrsaufkommen auf der A9 (später zusätzlich A72 und A93) hatte dies mit sich gebracht.

Obwohl es den Anschein hatte, dass unter anderem die Grenzöffnung äußerst bedrohlich für den Fortbestand des OV-Naila war, wurde zu Beginn der 90er Jahre auch deutlich, dass sich darin neue Chancen eröffneten. 1993 war nämlich die Frankenwaldkaserne geschlossen worden und es begann ein mehrere Jahre dauerndes Verhandeln um die Unterbringung in Teilen der Kaserne.

1995 wurde dieses Bangen mit der Übernahme einer Garagenhalle und des Lehrsaalgebäudes ins THW-Eigentum abgeschlossen. Da weiterhin kein Budget für Unterkunftsausbau verfügbar war, wurden tausende von Eigenleistungsstunden erbracht, um die zweite Unterkunft des THW-Naila zu errichten.

Mit den Feierlichkeiten zum 25-jähringen Bestehen im Jahre 1998 konnte dann auch gleichzeitig die Einweihung des Unterkunftsausbaues angemessen begangen werden.

Mit dem Umzug in das Kasernengelände entstand auch rasch eine Jugendgruppe, die heute ein Herzstück des Ortsverbandes darstellt. Wegen der hohen Resonanz konnte in 2003 eine zweite Jugendgruppe starten. In 2005 zählt Naila zu einem der wenigen Ortsverbände, die die Genehmingung für eine THW-Minigruppe (6-12 Jahre) erhielten.

Die Neustrukturierung des THW (Konzept 1995, später Konzept 2000 genannt), brachte den Übergang von Bergungszug zum technischen Zug. Aus den drei Bergungsgruppen wurden zwei und dafür kam eine Fachgruppe hinzu. In Naila wurde 1996 die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen installiert.

Die Eingewöhnungsphase in die neue Unterkunft war noch nicht abgeschlossen, als Anfang des Jahres 2000 Zeitungen von einem totalen Umbau des ehemaligen Kasernengeländes durch einen Großinvestor berichteten. Damals war noch nicht klar, dass damit die Errichtung der dritten Unterkunft eingeläutet wurde. Nach anfänglichen Bedenken, schaltete sich der Ortsverband in konstruktive Gespräche mit dem Investor ein. Dieser mußte um seine Planungen umsetzen zu können, das räumlich von den Fahrzeughallen getrennt liegende Unterkunftsgebäude abreisen. Da der Investor letztendlich in Abstimmung mit dem THW ein optimal auf die Bedürfnisse des Ortsverbandes orientiertes Gebäude, ohne die vorherige räumliche Trennung und mit wesentlich mehr Nutzfläche, als es eine STAN-Unterkunft bietet, errichtete, kann heute nur von einem Glücksfall geredet werden

Veröffentlicht in Der Ortsverband